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Seeheld 10.02.2005 15:33

Orden und Ehrenzeichen aus Mecklenburg
 
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Hallo Leute,

auch ich bin der Meinung, daß hier die Orden und Ehrenzeichen der deutschen Kleinstaaten bis 1918 zu kurz kommen.
Deshalb schließe ich mich dem Versuch an, mehr Vielfalt einzubringen.

Hier bilde ich meine neuste Errungenschaft ab.
Die Spange stammt von einem früheren mecklenburgischen Polizisten.

Red 10.02.2005 15:55

Schöne Abbildung, schöne Spange!

Nun freue ich mich schon auf die passenden Texte von dir und ausfürlichen Erläuterungen zu der Spange.

Das macht doch erst einen Beitrag im Forum aus.....

MfSg

Red

Seeheld 10.02.2005 18:55

Hallo,

ich werde mal die Stücke an der Spange erläutern.

1. Kriegsteilnehmerkreuz (Deutsches Reich)
2. Friedrich Franz Kreuz (Mecklenburg-Schwerin)
3. silberne Medaille (Mecklenburg-Schwerin)
4. Dienstauszeichnung für Unteroffiziere und Mannschaften für 15 Jahre letztes Model
5. Centenarmedaille (Preußen)
6. Polizeidienstauszeichnung für 25 Jahre (3. Reich)

An Hand der Zusammensetzung der Spange kann man erkennen, daß es sich hier um keinen Frontkämpfer handelt, sondern um einen 'Heimatkämpfer' im Unteroffiziersrang.
Das FFK wurde von 1917-1918 für Heimatverdienste und die silberne Medaille für allgemeine Verdienste verliehen. Bei der Medaille handelt es sich um die am häufigsten verliehene Medaille aus dem Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin.
Die Dienstauszeichnung spricht für sich.
Die Polizeidienstauszeichnung aus dem 3. Reich gibt den entscheidenen Hinweis, daß der Mann schon im 1. WK Polizist war. Denn er hat die DA 15 Jahre und das FFK. Ebenfalls ist die silberne Medaille sehr häufig an Gendarmen verliehen worden. Mit dem FFK wurde gerade, unter anderem, in den letzten Monaten des 1. WK's treue Beamte ausgezeichnet, welche sich nicht an der Front hervortun konnten, oder die nicht für eine Kriegsauszeichnung am Nichtkämpferbande in Frage kamen. So wie eben Polizisten.
Ich hoffe, daß es so verständlich war.
Falls jemand noch Fragen hat ...
oder andere Dekorationen aus Mecklenburg hat ...

Wotan 11.02.2005 19:17

Ich hadere momentan mit mir, meine Kaiserreich-Sachen komplett "abzustoßen"... wenn ich allerdings so prächtige Ordensspangen sehe ... :rolleyes:

Seeheld 11.02.2005 19:55

Na, an Mecklenburg bin ich immer interessiert.
Auch gegen schöne Spangen wäre nichts einzuwenden. :D

Seeheld 11.02.2005 22:03

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Hallo noch mal,

da ja große Ordensspangen sehr beliebt sind, will ich mal noch einen Leckerbissen zeigen.

Diese Spange ist aber leider nicht in meinem Besitz. Sie wurde vor Jahren mal von 'Verbrechern' zerpflückt. Ich habe diesen Ausdruck gewählt, da es in meinen Augen ein Verbrechen darstellt, eine so schöne Spange und ein so tolles Zeitdokument zu zerstören. X(

Träger der Spange war Heinrich Böttlin.
Er war Major und Bataillonskommandeur im Großherzoglich Mecklenburgischen Füsilier-Regiment Nr. 90 Kaiser Wilhelm, in Rostock.

Man beachte nicht nur die vielen 'dicken' Orden, sondern das mecklenburgische Militärverdienstkreuz in der Variante 'FÜR AUSZEICHNUNG IM KRIEG'!

Seeheld 18.02.2005 11:30

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Hallo Leute,

heute möchte ich mal wieder einige interessante Spangen mit mecklenburgischen Dekorationen zeigen. Vielleicht hat ja von euch auch einer was Schönes zum Zeigen.
Anfangen möchte ich mit einer 4er Spange aus dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71.

1. Militärverdienstkreuz 2. Klasse 1870 (Mecklenburg-Schwerin)
2. silberne Verdienstmedaille Georg Herzog zu Sachsen Meinigen (Sächsische Herzogtümer)
3. Kriegsdenkmünze 1870/71 mit Randinschrift und 2 Gefechtsspangen (Deutsches Reich)
4. Zentenarmedaille 1897 (Preußen)

Besonders das MVK 1870 ist hier zu beachten. Obwohl in dem Krieg relativ häufig verliehen - aber deutlich weniger als das EK 2 1870 - ist ein Original sehr selten zu bekommen. Die Militärverdienstkreuze aller Jahreszahlen gehören zu den am meisten gefälschten Dekorationen aller deutscher Kleinstaaten.

Seeheld 18.02.2005 11:41

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Dann möchte ich noch eine schöne Weltkriegsspange zeigen.
Dabei handelt es sich um eine Spange eines Mecklenburgers der den 1. Weltkrieg in der Etappe verbracht hat und der später als Beamter gearbeitet hat.

1. Militärverdienstkreuz 2. Klasse 1914 für Nichtkämpfer (Mecklenburg-Schwerin)
2. Kriegsteilnehmerkreuz (Deutsches Reich)
3. Dienstauszeichnung für 15 Jahre der Unteroffiziere und Mannschaften (Mecklenburg-Schwerin)
4. Treue Dienstehrenzeichen für 25 Jahre (3.Reich)
5. Luftschutzehrenzeichen 2. Klasse (3.Reich)

Für den Fall, daß ich etwas falsch gemacht habe bei den Ehrenzeichen des 3.Reiches, so bitte ich das zu entschuldigen. Ich bin nur Spezialist für Mecklenburg-Schwerin.
Und falls mal einer Fragen zu Orden und Ehrenzeichen von Mecklenburg-Schwerin oder Strelitz hat, so werde ich gerne weiterhelfen, wenn ich kann. :rolleyes:

Seeheld 18.02.2005 12:22

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Hier ist eine besondere Spange. Besonders deshalb, weil so wie sie ist, sehr selten ist.
Die Spange muß einmal einem mecklenburgischen Beamten gehört haben. Ein Feldwebeldienstgrad ist ebenfalls möglich, aber nicht sehr wahrscheinlich, da das silberne Verdienstkreuz nur selten an Militärs zur Verleihung gekommen ist.

1. silbernes Verdienstkreuz des Hausordens der Wendischen Krone (Mecklenburg-Schwerin) 1864 - 1918
2. Dienstauszeichnung für 15 Jahre der Unteroffiziere und Mannschaften 1868 - 1913 (Mecklenburg-Schwerin)

Der Hausorden der Wendischen Krone wurde 1864 von den Großherzogtümern Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz gemeinsam gestiftet. Sie unterscheiden sich aber in der Ordensdevise im Vorderseitenmedaillon und in der Namenchiffre des Rückseitenmedaillons.

Mecklenburg-Schwerin: Devise: PER ASPERA AD ASTRA
Chiffre: FF gespiegelt zueinander für Friedrich Franz
Mecklenburg-Strelitz: Devise: AVITO VIRET HONORE
Chiffre: FW für Friedrich Wilhelm

Die mecklenburgischen Dienstauszeichnungen wurden nicht nur an Militärs verliehen, sondern auch an Beamte in dem entsprechenden Rang.
So haben zum Beispiel auch Beamte das Dienstauszeichnungskreuz für Offiziere erhalten.

Seeheld 18.02.2005 12:25

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Hier ist die Rückseite der Spange.
Der Mottenfraß ist für mich nicht sehr störend.

Ach ja, die Spange ist wahrscheinlich so um 1880 - 1895 getragen worden.


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