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Alt 30.11.2007, 20:43   #1
Aeneas
Standardgruppe für gesperrte User
 
Registriert seit: 20.03.2004
Ort: Wien
Beiträge: 524
Standard Restaurierung überpinselter Helme

Auf vielfachen Wunsch nun Topthema ..

Bitte um rege Beteiligung ..
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Alt 01.12.2007, 07:24   #2
chreepy
GESPERRT für den Verkauf
 
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Registriert seit: 21.01.2005
Ort: Muna St.Georgen
Beiträge: 1,001
Standard Nagellackentferner

Hab nen alten Feuerschutzpolizeihelm bekommen und der war Rot Überstrichen worden! also hab mit Watte und Nagellackentferner zwar fast 10 Stunden Arbeit gehabt ! aber ist sehr Gut gegangen !! Originalfarbe und Abzeichen zu 95% Erhalten . Wichtig gleich danach mit Froschfett gut Einfetten und mit weichem Baumwolllappen polieren . Viel Glück damit
MfG Chreepy
chreepy ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.12.2007, 14:31   #3
Becker_39
MFF Experte für deutsche Kampfhelme WK2
 
Benutzerbild von Becker_39
 
Registriert seit: 17.02.2005
Beiträge: 3,884
Standard

Es kommt ganz auf die Helme an, von denen man die Farbe entfernen möchte. Nach der Art des Überlackes sollte man dann die richtige Entfernungsmethode treffen. Was bei vielen Helmen schon hilft, die damals nach Kriegsende in Deutschland überlackiert wurden, ist kochendes Wasser. Dazu einen großen Topf Wasser aufkochen und über die Stahlhelmglocke gießen. Innenfutter vorher ausbauen, sonst wird das Leder durch die heißen Dämpfe stark ausgetrocknet und ist danach auf ewig zerstört. Wenn man Glück hat und der Helm mit Ölfarbe bestrichen wurde, dann löst sich der Lack ganz von allein ab und man kann diesen ganz einfach vom Originallack abziehen.Notfalls mit einem Skalpell oder einer Rasierklinge den weichen Lack abziehen. Diesen Vorgang dann immer wieder wiederholen, da der Lack nach ein paar Minuten wieder härtet und nicht dauerhaft weich bleibt.Das ist die schonendste Art von allem, da kein aggressives Lösungsmittel verwendet wird. Auch wenn der Lack sich nicht löst, hat man nichts kaputt gemacht. Also vorher immer diese Methode ausprobieren.

Sollte sich mit Heißwasser kein Lack lösen, dann kann man Aceton in Erwägung ziehen. Damit erstmal an einer Stelle am Helm antesten, ob der Lack vom Aceton abgelöst wird. Dazu ein Tuch mit der Spitze in Aceton tränken und über den Nachkriegslack wischen. Wenn der Originallack darunter vorkommt, sollte man es allerdings nicht mit dem Aceton übertreiben, denn der Originallack wird ebenfalls ( wenn auch nur sehr geringsfügig ) angelöst. Lieber ganz langsam mit wenig Aceton Stück für Stück vorantasten. Die Stellen am Helm, an denen Abzeichen in Frage kämen, am besten erstmal von der Prozedur auslassen. Da kann man dann mit ganz kelinen Mengen Aceton mittels Wattestäbchen auftragen und den Lack vorsichtig ablösen. Es gibt auch Leute, die tragen den Lack dort mittels Skalpell ab, oder schleifen die oberen Lackschichten mittels sehr feinem Schmirgelpapier ab , bis die Abzeichen vorkommen. Dazu sollte man jedoch Erfahrung mitbringen. Wer das noch nicht gemacht hat, kann da viel versauen. ABzeichen lösen sich im Kontakt mit Aceton sehr schnell auf, da meist der Versieglungslack der Abzeichen nicht mehr vollständig, bzw. garnicht mehr vorhanden ist.

Sollte die Acetonbehandlung nicht greifen, dann kann man es zu allerletzt mit Backofenreiniger versuchen, Wenn man damit richtig umgeht, passiert dem Lack auch nichts. Dazu den helm mit Backofenreiniger einsprühen und den Schaum 3 Minuten einwirken lassen. Danach den Helm unter lauwarmen fließendem Wasser mit einer weichen Bürste ( Schuhbürste, etc. ) den gelösten Lack abbürsten. Hier gilt das gleiche wie beim Aceton : Zeigt sich dann der Originale Lack, dann darf man es mit dem Backofenreiniger nicht übertreiben, denn auch hier wird der originale Lack in geringen Mengen angelöst. Auch bei den Abzeichen ist wieder höchste Vorsicht geboten.

Gruß Timmy
Becker_39 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.04.2008, 18:57   #4
Milchmann
 
Registriert seit: 17.10.2007
Beiträge: 1
Standard Feuerwehrhelme

Hallo Becker 39!

Habe mit großem interesse deinen Beitrag über die Lackentfernung an alten Stahlhelmen gelesen. Gerade Heute war ich auf einem Flohmarkt "fündig" geworden. Habe dort insgesamt acht alte Wehrmachtstahlhelme gefunden, die offenbar nach dem Krieg mit fluoreszierender Farbe überstrichen wurden. Habe deinen Trick mit Aceton ausprobiert - leider kein Ergebnis. Die Farbe bleibt hart wie Stein. Anschließend bin ich mit vooooorsichtig mit Schleifpapier darüber. O.k. Farbe ist nun ab, allersdings erkennt man unter der neuen Grundierung nur eine sehr dünne (würde sagen) grasgrüne Lackschicht. Was nun? Hätte die Helme natürlich gerne im Originalglanz. An die seitlichen Stellen, an denen ich das Abzeichen vermute möchte ich noch nicht ran. Hättest du bitte noch einen Tip für mich? Wäre dir sehr dankbar!!! Würde dir gerne ein paar Bilder der Helme schicken - nur bin ich ( Fundforum - Anfänger ) mir im Moment noch nicht im Klaren, wie ich diese ins Forum einstellen kann!
Milchmann ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.06.2011, 16:01   #5
Team-Dosenbier
 
Benutzerbild von Team-Dosenbier
 
Registriert seit: 22.02.2011
Ort: Holsten
Beiträge: 387
Standard

Kann ich nicht mit Terpentin an die Sache ran gehen?
Team-Dosenbier ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.06.2011, 20:03   #6
porro
Sammelschwerpunkt Marineferngläser
 
Benutzerbild von porro
 
Registriert seit: 12.05.2009
Ort: bei Berlin
Beiträge: 1,313
Standard

Zitat:
Zitat von Team Dosenbier Beitrag anzeigen
Kann ich nicht mit Terpentin an die Sache ran gehen?
terpentin ist nach meiner erfahrung für garnichts brauchbar, außerdem stinkt es.

als lösungsmittel wäre aceton erste wahl. habe aber auch gute erfahrung mit backofenreiniger gemacht, funktioniert bei neuen lacken wunderbar und der alte bleibt drauf.
__________________
Ankauf und Restaurierung deutscher Dienst- und Marinegläser.
porro ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.06.2011, 12:41   #7
kontingentstruppen
 
Registriert seit: 25.04.2009
Ort: Nordenham
Beiträge: 1,202
Standard

Hallo,
ich hatte mal eine Partie WH-Helme, für die Feuerwehr abgeändert, bekommen.
Hatte dann alles probiert um die Farbe zu entfernen.
Schließlich habe ich Abbeizer eingesetzt :
Die schwarze Farbe löste sich ohne Probleme ,sogar die Abzeichen blieben erhalten.

Richard
kontingentstruppen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.06.2011, 21:26   #8
Karabinerlover
 
Registriert seit: 23.04.2008
Beiträge: 9
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Moin MFF-Gemeinde

Ich habe letztens auf einem Markt für wenig Geld einen M42-Stahlhelm erstanden, welcher angeblich ca 50 KM vor Berlin ausgegraben wurde (ist jedenfalls ein Bodenfund) und möchte ihn nun Restaurieren.

Er wurde nur mit einer schwarzen Masse eingepinselt, welche das WEITERrosten verhindern soll, aber darunter sitzen noch die dicken Rostplatten. Ich habe nun mit einer Messingbürste diese schwarze Farbe abgeschliffen, aber die Rostschicht darunter bekomme ich selbst mit einer Stahlbürste (in Bohrmaschine eingespannt) nicht ab, die kann man zwar mit einem Schraubenzieher loslösen, habe auch schon ein paar Zentimeter mit Stecheisen und Hammer freibekommen, aber es ist sehr mühsam.

So wollte ich nun fragen, ob es eine Säure oder so etwas gibt, mit der man dickere Rostschichten wegätzen oder zumindest aufweichen kann. Cola und dergleichen bringt wohl nichts, da dies nur bei dünneren Rostschichten hilft (u.a Flugrost).

Weiss jemand Rat?

Grüsse
Karabinerlover ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.06.2011, 11:07   #9
Andi08/15
 
Benutzerbild von Andi08/15
 
Registriert seit: 20.03.2009
Ort: Im Schwäbischen
Beiträge: 410
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@Karabinerlover

Da davon auszugehen ist, so wie Du schreibst, das die Originalfarbe nicht mehr, dafür eine dicke Rostschicht unter der schwarzen Pampe ist, würde ich Elektrolyse in Betracht ziehen und dann sehen was nach dem Rost noch übrig ist. Erst dann weiter entscheiden, wie das folgende Vorgehen aussieht. Kann man pauschal leider nicht "hellsehen" was dann drunter zum Vorschein kommt. Kann von übler Leiche bis brauchbare Restaurationsgrundlage alles sein. Oxal hat sich bei so Stücken aller Art (zumindest bei mir) eher nicht bewährt.
Vor allem, weil Du von "dicken Rostplatten" sprichst, kann die Substanz der Blechmütze drunter erfahrungsgemäß verdammt dünne werden.
Ich habe mal einen M42 eigentlich in scheinbar optisch relativ guten, wenn auch rostigem Zustand ergattert, den hab ich letztlich trotzdem nur gut konserviert als BoFu-Belegstück gelassen, weil sich rausstellte, das er trotz aller vorherigen Hoffnung doch nicht mehr zu retten war, weil die Substanz der Glocke stellenweise nur noch ein Hauch ihrer selbst war. Ansonsten hätte ich bei weiterer Bearbeitung schlichtweg Schweizer Käse draus gemacht und das wollt ich nun mal nicht.
Man kann mehr kaputt als heile machen, wenn die Substanz es nicht mehr hergibt, bis zur völligen Zerstörung!
Abbruch zum rechten Zeitpunkt ist da manchmal wirklich die bessere Wahl, leider...
Andi08/15 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.06.2011, 13:54   #10
Karabinerlover
 
Registriert seit: 23.04.2008
Beiträge: 9
Standard

Moin

Danke für die Antwort. Also ich hab mir den Helm angesehen und auch wenn der Rost ab ist, ist der Helm noch ziemlich Dickwandig. Aber mir geht es Hauptsächlich darum, eine ebenmäßige Oberfläche zu bekommen, ihn neu zu lackieren, ein passendes Innenfutter kaufen und ihn dann wie halbwegs neu aussehen zu lassen.

Gibt es da eine Möglichkeit? Evtl mal eine Schleifpappe opfern und den Helm mit einer Schleifmaschine zu glätten? Weil Schleifpapier müsste das ja aushalten, ist ja nur zäher Rost.


Gruss
Karabinerlover ist offline   Mit Zitat antworten
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