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Alt 18.08.2013, 15:36   #1
Atila
 
Registriert seit: 10.02.2013
Ort: Reichshauptstadt
Beiträge: 8
Standard Goldmask Deephunter PI

Liebe Forenmitglieder,

da ich seit längerem mit dem Gedanken gespielt habe, mir einen PI-Detektor mit einem großen Spulenrahmen zuzulegen, habe ich jetzt zugeschlagen.
Weil ich jetzt zu einem unbekannten Gerät gegriffen habe, zu dem sich im Netz keine belastbaren Informationen finden, dachte ich mir, ich schreibe nach den ersten Eindrücken mal eine Rezension. Vielleicht hilft sie dem/der einen oder anderen bei ähnlichen Entscheidungen.
Auf das Gerät gekommen bin ich schlicht durch den Preis (899,- bei Eurodetectors http://www.eurodetectors.com/metalld...s/de/d260.html), da ähnliche Geräte anderer Hersteller oft erheblich darüber liegen. Zwar gibt es dasselbe Gerät z.B. in GB etwas billiger zu haben, aber mir war ein deutscher Händler mit entsprechendem Service wichtig. Herr Joachim Schwarz hat mich da auch nicht enttäuscht, war immer telefonisch erreichbar und hat mich sehr zuvorkommend beraten.

1. Zur Ausstattung
Im Lieferumfang sind neben der Elektronikeinheit und Ladegerät ein zusammen-steckbarer Suchrahmen mit einer Kabelspule und Tragebändern, Klettbänder und eine normale Doppel-D-Schwenkspule enthalten. Die Detektoreinheit befindet sich in einer Kunstledertasche zum Umhängen und enthält einen eingebauten Akku, so dass man nicht mit Batterien jonglieren muss, aber eben auf den Akku-Support angewiesen ist. Laut Hersteller hält er pro Ladung 10 Stunden, 8 davon habe ich nachgeprüft. Alles ist sehr sauber und solide verarbeitet. Lediglich der zusammensteckbare Rahmen kann beim Suchen mal auseinandergehen, weil sich die Firma entschlossen hat, die 1,2 m Kantenlänge aus zwei 60 cm Teilstücken zusammenzusetzen. Das macht den Detektor allerdings viel leichter transportabel. Man kann das aber mit Baumarktmitteln für 10 Eur. leicht ändern. Einziges Manko ist die Bedienungsanleitung. Die ist für so ein Gerät einfach zu knapp. Als Minelab-Besitzer bin ich da echt anderes gewohnt.

2. Handhabung und Leistung
Der Detektor lässt sich mit dem Rahmen sehr gut in einem normalen Rucksack verstauen. Ist man dann an Ort und Stelle, steckt man den Rahmen zusammen, bindet mit den Klettbändern die Kabelspule daran, bindet die Trageriemen an den Rahmen, stöpselt den Detektor dran und kann loslegen. Das dauert keine 10 Minuten.
Der Detektor wird über vier Regler gesteuert, wobei davon nur drei die Leistung betreffen. Die heißen Ground, Sens. und Crackle. Mit Ground steuert man den Bodenabgleich, mit Crackle den Threshold und mit Sens. eben die Empfindlichkeit. Ground und Sens. sind für die Leistung ausschlaggebend. Je niedriger die Ground-Einstellung und je höher die Sens., desto empfindlicher reagiert der Detektor.
Um das Gerät ruhig zu bekommen, sucht man sich ein eisenfreies Stückchen Erde, legt die Spule ab, stellt sich mit dem Detektor daneben und schwenkt den Spaten über der Spule. Gut eingestellt ist er, wenn man ihn auf Kopfhöhe noch gut hören kann. Ist er mit dem Boden abgeglichen, braucht man einen Spulenträger ohne großes Metall in den Taschen. Der geht voran und der andere mit dem Detektor hinterher. Einer allein kann die Spule und die Messeinheit nicht tragen, weil das Gerät sonst die Detektoreinheit anzeigt oder in der Empfindlichkeit erheblich runtergeregelt werden muss. Das muss jedem klar sein: So ein Gerät erfordert Teamwork, wenn man es ausschöpfen will.
Ich habe das Gerät auf der Wiese und im Wald benutzt. Die Spule ist sehr leicht, so dass ihre unpraktischen Maße nicht so hinderlich sind. Man kann damit durchaus auch durch die typische Brandenburger Kieferplantage latschen. Einziges Problem ist, dass die Empfindlichkeit des Detektors natürlich auch kleinere Objekte an der Oberfläche anzeigt, was für mein Einsatzgebiet (Militaria) bei der üblen Versplitterung des Bodens schon nervig werden kann. Ich war ehrlich gesagt erstaunt, wie empfindlich die große Spule noch ist. Etwa daumengroße Objekte in Oberflächennähe kamen noch locker rein. Wir haben uns damit beholfen, dass wir noch einen einen Kollegen mit normalem VLF Detktor dabei hatten. Der lief einfach hinterher und sagte bei interessanten Signalen, ob und was er davon hörte. Nur wenn er nichts mehr hören konnte, gruben wir auch. Das Vorgehen hat sich sehr bewährt. Aber es erfordert ein gutes Team. Wenn man ein solches hat, kann man auf diese Art sehr schnell große Flächen absuchen, wobei man nur kleine Objekte wie einzelne Münzen oder hochkant stehende EKMs überläuft. Aber wenn der Kollege mit dem VLF Gerät noch seine Arbeit macht, bleibt fast nichts unbemerkt. Alles von der Größe einer Coladose aufwärts, wird mit großer Sicherheit entdeckt. Wir haben beim ersten Suchgang zwei Stahlhelme aus 2 m Tiefe raufgeholt. Und die Signale waren nicht gerade unauffällig.

3. Fazit
Ich bin von dem Gerät wirklich positiv überrascht. Die wenigen Videos auf YouTube scheinen nicht gefälscht zu sein. Allerdings habe ich mir zuvor die Suche damit ganz anders vorgestellt. Ich dachte, man kann damit auch allein losziehen und den großen Max machen. Das geht leider nicht. Man benötigt wenigstens einen Kollegen, um das Gerät effektiv nutzen zu können. Am besten sind aber mindestens drei, damit einer noch mit einem normalen Detektor die Spreu vom Weizen trennen kann und auch bei der Lokalisation der Funde hilft. Denn in den riesigen Löchern, die wir manchmal gegraben haben, kann schon einiges verloren gehen. Wie es der Zufall so wollte, hatte unsere Truppe auch Bock auf so eine neue Technik, weil wir auf unseren Stellen mit der klassischen Ego-Suchtechnik nicht mehr weiter kamen. Es hat sich gelohnt.
Wer also darüber nachdenkt, zu diesem Gerät zu greifen, dem kann ich die Angst vor diesem bulgarischen Produkt nehmen. Es erfüllt die Erwartungen. Ich bin zwar absolut kein Profi im PI-Bereich und es mag sein, dass es besseres gibt, aber die Leistung dieses Gerätes reicht mir persönlich vollkommen aus. Alles andere könnte ich einfach nicht mehr ausgraben.
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Stichworte
deephunter, goldmask, pulsinduktion, suchrahmen

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