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Alt 23.02.2017, 19:31   #1
oliver
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Standard .... etwas geht noch

Nach meinem persönlichen "once-in-a-lifetime" Fund vor zwei Wochen musste ich den Verkäufer nochmals ein bischen Kitzeln. Herausgekommen ist schon wieder etwas völlig anderes als erwartet. Nicht Kaiserliche, nicht Kriegs- sondern Bundesmarine.

Ich habe mich trotzdem gefreut, denn lediglich 54 Uhren im cal. 972 sind an die Bundeswehr geliefert worden. Ein Sammelobjekt mit großem Wertsteigerungspotential.

Und schon wieder mit originaler Verpackung, Aufbewahrungskiste an Bord, Siegel BW und IWC Aufkleber auf dem Deckel.

Beste Grüße

Oliver
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Alt 24.02.2017, 08:06   #2
Sassenach
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Daumen hoch

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In Zeiten der Not und zwar nur dann,
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Alt 24.02.2017, 08:33   #3
Henry-Ford
 
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Beiträge: 827
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Hallo Oliver,

wofür wurden diese Uhren denn Benutzt beim Bund?

Gruß
Chris
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Alt 24.02.2017, 10:01   #4
Fridspeed
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Zunächst noch einmal Gratulation zu einer weiteren Schatzbergung aus deiner "Goldmine".
Und natürlich auch vielen Dank dafür, dass du uns an diesen schönen raren Stücken teilhaben lässt.

Nun handelt es sich bei dieser IWC um eine sehr hochwertige etwas modernere Taschenuhr, wie sie zivil verkauft wurde.
Auch mir stellt sich die Frage, wozu der Bund diese Uhren bestellt hat und warum es bei einer normalen TU ohne Zusatzfunktionen unbedingt dass Beste vom Besten sein musste?

Gruß
Fridspeed
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Alt 24.02.2017, 12:34   #5
oliver
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Standard Atomzeitalter vs. Tradition

Ich habe mal auf die schnelle ein paar Texte beigefügt, die ein paar Infos über diese Uhr enthalten, die mir beim Kauf hilfreich waren:

"Wie bei vielen anderen "alten" Marken (z.B. Ulysse Nardin, Vacheron Constantin, selbst Patek), haben auch bei IWC die sogenannten "Deck Watches" oder Beobachtungsuhren die längste Geschichte und die größte Verbreitung. Diese Uhren waren für die exakte Navigation auf Schiffen lange unabdingbar und wurden nur langsam durch die modernen Navigationsinstrumente ersetzt.

Was nur wenige wissen: Auch in den Zeiten von Atomuhren, Radar und GPS haben Marineschiffe immer die sogenannte "eiserne Zeitreserve" mitgeführt - eine mechanische Borduhr, die jeden Tag aufgezogen wurde und für den absoluten Notfall des totalen Systemversagens als letztes Backup diente. Und zwar bis heute - so viel Tradition hat sich die Marine erhalten können.

Gerade in den Anfangsjahren der Bundesmarine nutzte man zu diesem Zweck schlicht die Restbestände aus Kriegszeiten - wobei natürlich die Insignien untergegangener Regime getilgt wurden. Ganz ausgekommen ist man mit diesen Uhren jedoch nicht, so dass auch die Bundesmarine nach dem Krieg zwei Mal bei IWC als Kunde für Taschenuhren vorstellig wurde: 1966 orderte man insgesamt 125 Taschenuhren der Referenz 135 mit dem Kal. 67, später gab es eine zweite Serie auf Basis der Ref. 5301 (Cal. 972), von denen bis 1987 insgesamt 54 Stück ausgeliefert wurden. Diese Uhren sind also extrem selten - und noch seltener auf dem freien Markt erhältlich, da sie oft als Erinnerungsstücke an verdiente Kommandanten gingen (insbesondere, wenn das Schiff außer Dienst gestellt wurde)."

Artikel "Das Ende einer Ära" von u2112 Forum "Watchlounge"

Knirim: Artikel von Manfred Fritz

"Die eiserne Zeitreserve im Präzisionsholzkasten

Was die 'eiserne Reserve' ist, weiß jeder Soldat: Einsatzverpflegung in Do sen. Daher stammt auch der Begriff. Bei der 'eisernen Zeitreserve', mit der unter anderem die U-Boote der Deutschen Bundesmarine ausgestattet sind, stimmt die Begrifflichkeit insofern auch, als es sieb dabei um die IWC Taschenuhr mit Edelstahlgehäuse, Ref. 5301, bandelt. Sie wird in der zivilen Variante seit 35 Jahren mit römischen Ziffern und kleiner, dezentraler Sekunde angeboten.

Die IWC als militärische B-Uhr weicht nur im Zifferblatt vom zivilen Modell geringfügig ab: Schwarze arabische Ziffern, nichtleuchtend, Zifferblatt versilbert, Gravur der Eigentumskennzeichnung 'BUND' und der Versorgungsnummer 6645-12-151- 5867 in der Mitte des Gehäusebodens. Das Werk, 'Cal. 972', mit einem Durchmesser von 37,8 mm, einer Höbe von 4,4 mm, 18000 Halbschwingungen/s, 19 Steinen, einem Hebungswinkel (der Unruh) von 40 Grad, einer Nivarox-Spirale I. Qualität in Breguet-Form, einer Gangdauer von 40 Stunden und einer Schwanenhalsfeinregulierung plus Feinstabgleich mittels Regulierexzentern auf den Unruharmen, übertraf auf Anhieb die Kriterien der strengen militärischen Anforderungen. Der Kenner weiß es: Das 'Cal. 972' zählt zu den besten je hergestellten Taschenuhrwerken und ist von Helmut Mann ('Portrait einer Taschenuhr') ausführlich gewürdigt worden. Die Deutsche Bundesmarine hat also eine gute Wahl für ihre 'eiserne Zeitreserve' getroffen.

Was der Zivilist zu seiner IWC Taschenuhr allerdings nicht mit erwerben kann, ist der Präzisionsholzkasten, den die Bundesmarine nach genauen Maßgaben mit in Auftrag gab: Länge 130 mm, Breite 66 mm, Höhe 28 mm, geschliffen, mit gebrochenen Kanten, nussbaumfarbig gebeizt, ausgestattet mit einem Schieber aus glasklarem Kunststoff, der oben eine angeleimte hölzerne Griffleiste aufweist und der nur zum Stellen und Aufziehen der Uhr hochgezogen wird. Der Schieber soll, so verlangt es die Bestellorder 'zügig in die für ihn vorgesehenen Nuten des Holzbehälters' gleiten. Der Tragekasten ist innen mit 2 mm dickem, säurefreiem Filz ausgeschlagen und mit einem Haken zum Einhängen der Uhr versehen. Für Bastler, die ihre '530l' künftig U-Boot-mäßig verstauen wollen, eine echte Aufgabe. Unser Holztip: Nussbaum, Buche, Erle, Teak oder Mahagoni."
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oliver ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.02.2017, 12:48   #6
Fridspeed
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@Oliver

Vielen Dank für die weiteren Informationen!

Der Bund hat direkt die Uhren bei einem Edeluhrenhersteller geordert, obwohl bei einer normalen Taschenuhr die Anforderungen an diese auch von einem weit günstigeren Hersteller erfüllt worden wären. Bei IWC zahlt man schon einen Teil der Kaufsumme nur für den Markennamen. Es sein denn, IWC hätte dem Bund die Uhren weit unter Wert gelassen?
Daran kann ich allerdings kaum glauben!

Gruß

Fridspeed
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