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Alt 18.08.2007, 14:06   #1
Gollnowforscher
 
Registriert seit: 18.08.2007
Beiträge: 14
Standard Pommern / Muna Speck bei Gollnow

In 1929 erwarb mein Großvater das Gut Jakobsdorf bei Gollnow (nähe Stettin). In 1930 wurde dann der Specker Wald (der Ort Speck heißt heute zu Neupolnisch Mosty) mit dem damaligen Forsthaus auf der linken Seite der Einfahrt zum Wald hinzu gekauft. Der heutige Stettiner Flughafen gehörte mit zu diesem Gelände.

Der Wald wurde laut unseren Informationen im Jahr 1937 oder 1938 von der Wehrmacht beschlagnahmt. Man errichtete dort eine teilweise unterirdische Munitionsfabrik (Größe 300 ha), die sogenannte „Muna Speck“. Diese militärische Anlage wird heute noch von dem polnischen Militär genutzt. Luftbilder von Google-Earth sind vorhanden.

Im 2. Weltkrieg wussten die Alliierten über die Existenz dieser Munitionsfabrik und warfen Flugblätter mit dem Aufdruck „Speck, Du kleines Loch, wir finden Dich doch“ über Gollnow und Umgebung ab. Getroffen bzw. beschädigt wurde die Anlage, weil sie teilweise unterirdisch angelegt war, nie. Auf den Luftaufnahmen von Google-Earth können Sie jedoch einige Bombenkrater entdecken. Auch das Gut Jakobsdorf (heute Danovo) wurde angegriffen und nicht getroffen. Dies gilt auch für unser ehemaliges Werk in Gollnow, das später ebenfalls von der Wehrmacht zur Endmontage der V1 und Fertigung der bemannten V1 (Reichenbergbombe) beschlagnahmt wurde.

Unserer Familie fehlen sämtliche Unterlagen und Dokumente über die Muna Speck. Vielleicht kann uns hier jemand einige Dinge hierüber sagen oder Hinweise geben, wo wir fündig werden.

Angeblich war die Muna der SS unterstellt und macht die Suche schwierig.

Die Luftaufnahmen würde ich gern anhängen ich weiß jedoch nicht wie.


Vielen Dank
Gollnowforscher ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.08.2007, 17:39   #2
Jürgen Zapf
 
Registriert seit: 21.05.2005
Beiträge: 35
Standard Luftwaffenhauptmunitionsanstalt

Hallo Gollnowforscher,

nur einige knappe Informationen:
in Speck war die Luftwaffenhauptmunitionsanstalt 1/III errichtet worden.
(Will heißen die HauptMuna mit der Zählnummer 1 im Luftgau III)

An das Märchen von der unterirdischen Munitionsproduktion zu Kriegsbeginn glaube ich erst, wenn ich eine solche Anlage gesehen habe. Und gesehen habe ich in den langen Jahren meiner Nachforschungen schon viele. Es gab einige Muna in Bergwerken, aber auch da waren die Arbeitshäuser oberirdisch, nur die Munitionslagerung erfolgte unterirdisch. Das geschah schon aus Sicherheitsgründen, denn fast alle bekannten Unglücke in den Munas ereigneten sich in den sog. Arbeitsbereichen, nicht bei der gelagerten Munition.

Dann noch die Nachfrage zu Speck: wie hoch über dem Meeresspiegel liegt das Gelände? Ich nehme mal an, so um die fünf Meter über NN. Damit würden unterirdische Bunker und Fabrikationsräume unter dem Grundwasserspiegel liegen!

MfG
Zf
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Alt 20.08.2007, 07:42   #3
Windeck65
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard

Moin Gollnowforscher,

da meine Familie aus Pribbernow stammt, gleich umme Ecke, kenne ich die Gegend mehr als gut und kann bestätigen dass es in Mosty Militärische Anlagen gegeben hat, ebenso
kann ich bestätigen das die Gegend um Mosty verflucht nass ist. Da was unterirdisch zu bauen halte ich für wenig sinnvoll. Ich hab im Ort Brzosowo 5 Km von Przybiernow (Pribbernow) ein Ferienhaus gebaut und wir mussten bei den Streifenfundamenten schon Wasser abpumpen lassen und haben dann auf die Tiefgarage verzichtet. Laut Aussage
meines Großvaters gab es in Speck einen Schiessplatz, den hatten sie als Jäger öfter benutzt zum Einschiessen zu Beginn der Jagdsaison. Sonst war Speck wie heute Mosty einfach ein Ort wo sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen. Beim Suchen in der Gegend wird man auch nicht sehr fündig, ausser kleinkalibriger Muni, hab ich in der Gegend um Mosty noch nichts Weltbewegendes gefunden. Hinter Gollnow, nach dem Bahnübergang
linker Hand auf der Rückseite des Goleniow Airports ist es aber recht interessant.


Gruss Windeck65
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Alt 20.08.2007, 09:08   #4
Gollnowforscher
 
Registriert seit: 18.08.2007
Beiträge: 14
Standard

Sehr geehrter Herr Zapf,

vielen Dank für die nette und schnelle Info. An die unterirdische Fertigung glauben wir auch nicht. Es wurde uns nur erzählt.

Haben Sie Archivadressen, wo wir eventuell fündig werden könnten?

Gibt es Militärinfos über unser altes Werk in Gollnow - Firma WILAGO? Es hieß im Militärischen "Montagewerk Meißen" und diente zur Endmontage der V1 bzw. Nachbesserungen der V1. Eine Großzellenserie der bemannten V1 (Reichenbergbombe) soll dort auch gefertigt worden sein.


Mit freundlichen Grüßen



Gollnowforscher
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Alt 20.08.2007, 11:26   #5
Gollnowforscher
 
Registriert seit: 18.08.2007
Beiträge: 14
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Auch Ihnen vielen Dank für die nette Info.
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Alt 20.08.2007, 11:49   #6
Gollnowforscher
 
Registriert seit: 18.08.2007
Beiträge: 14
Standard

Sehr geehrter Herr Zapf,

wir haben gerade in einem anderen Forum unter Muna 1/III nachstehendes gefunden:

Lufthauptmunitionsanstalt Strelitz 1/III
Luftmunitionsanstalt Torgelow (1940) 1/III

Wie ist das im Zusammenhang mit Speck zu sehen?


Mit freundlichen Grüßen



Gollnowforscher
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Alt 20.08.2007, 18:53   #7
Jürgen Zapf
 
Registriert seit: 21.05.2005
Beiträge: 35
Standard

Zitat:
Zitat von Gollnowforscher Beitrag anzeigen
Sehr geehrter Herr Zapf,

wir haben gerade in einem anderen Forum unter Muna 1/III nachstehendes gefunden:

Lufthauptmunitionsanstalt Strelitz 1/III
Luftmunitionsanstalt Torgelow (1940) 1/III

Wie ist das im Zusammenhang mit Speck zu sehen?


Mit freundlichen Grüßen



Gollnowforscher
Hallo,

in Strelitz (bei Fürstensee, südlich von Neustrelitz) befand sich die LuftHauptMuna 6/XI.
Torgelow LuftMuna 1/III ist richtig, aber eben keine LuftHauptMuna!
Eine Ebene tiefer

MfG
Zf
Jürgen Zapf ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.08.2007, 08:26   #8
Gollnowforscher
 
Registriert seit: 18.08.2007
Beiträge: 14
Standard

Sehr geehrter Herr Zapf,

dann hat man im anderen Forum das wohl nicht richtig aufgeführt. Ich kam deshalb durch einander. Haben Sie Quellideen für Belege, Dokumentationen, .... Wen oder welche Behörde müßte ich anschreiben um deratige Informationen oder Schriften zu bekommen?


Mfg



Gollnowforscher
Gollnowforscher ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.11.2007, 19:46   #9
budapest
 
Registriert seit: 12.11.2007
Ort: Budapest
Beiträge: 3
Standard Muna Strelitz I/III

Sehr geehrter Herr Zapf,

ich interessiere mich für das Objekt 1/III. Soweit meine Kenntnisse reichen, existierte die Muna bis 1942 in Fürstensee, danach auch in Dannenwalde und Fürstensberg. Es gab laut Zeitzeugen mehrere Zweigstellen. Was kann man in den Archiven finden und wo? Unterlagen der LuftHauptmuna 6/XI interessieren besonders. Wo könnte ich etwas finden?
Wo liegt das Unterschied zwischen einer Luftmuna und einer LuftHauptmuna und was ist ein LuftHauptmunitionspark?

"in Strelitz (bei Fürstensee, südlich von Neustrelitz) befand sich die LuftHauptMuna 6/XI.
Torgelow LuftMuna 1/III ist richtig, aber eben keine LuftHauptMuna"


MfG
budapest ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.11.2007, 21:02   #10
hermann1000
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard

Zitat:
Zitat von Windeck65 Beitrag anzeigen
Beim Suchen in der Gegend wird man auch nicht sehr fündig, ausser kleinkalibriger Muni, hab ich in der Gegend um Mosty noch nichts Weltbewegendes gefunden. Hinter Gollnow, nach dem Bahnübergang
linker Hand auf der Rückseite des Goleniow Airports ist es aber recht interessant.


Gruss Windeck65

Na das stimmt aber nicht, um Gollnow war Brückenkofp,in Richtung Stepernitz findet man einiges,zumindest bis vor ein paar Jahren, aber seit Detektoren bezahlbar sind verdienen sich viele da Geld damit und suchen die Wälder leer. Da hinten linkerhand von Stepernitz sind auch noch etliche Massengräber von erschlagenen Zivilisten aus den Jahren 45-48, genauer hinter Röhrchen. dort besser nicht suchen. Was interesaant ist ist die ehm Kiesgrube rechts bevor man nach Gollnow reinkommt aus Stettin,da ist viel reingewandert, leider alles durch Zivilistationsmüll verdreckt. Müsste man einen Meter abziehen
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